Haus L8

Neuer Look in alten Mauern!

Dem Landhaus von 1980 sieht man das Baujahr nicht mehr an. Nach dem Totalrückbau wurden innen Räume umstrukturiert und zusammengelegt für mehr Großzügigkeit. Der Dachstuhl blieb erhalten, öffnet sich aber jetzt vollständig im Obergeschoss und schenkt dem Haus eine neue Leichtigkeit. Sämtliche Oberflächen wurden behutsam erneuert: Lehmputzwände, Eichendielen und Parkette, Fliesen, Farben und Tapeten. Innenarchitektur belebt Bestandsgebäude und schreibt Hausgeschichten in die nächste Generation. So sieht erfolgreiche Nachhaltigkeit und Bauen im Bestand aus!

Empfangen wird man von einem historischen Bauernschrank als Reminiszenz ans Land. Ans Entrée schließt ein offenes Treppenhaus mit einer 3-geschoßigen Stahl-Holztreppe an. Ein schlichtes, weißes Band fädelt sich ganz leicht vom Keller bis unters Dach und fängt dabei das luftige Lichtspiel des Glasperlenlüsters auf. Dezent geputzte Lehmwände, ein Blumentisch und ein Mohair-Rug kontrastieren die klar geschnittene Treppe. Die raffinierten italienischen Wandleuchten verraten das Geheimnis des samtweichen Lehmputzes.

Die begehbare Graderobe samt Stauraum ist der vermutlich meistbesuchte Raum im Gebäude. Daher wurde sie extrahübsch mit eleganten Schreinerausbauten, einer gepolsterten Sitznische und einer tapezierten Gästegarderobe ausstaffiert. Ähnlich das Gäste-WC, das auch mit edlen Details glänzen darf. Very warm welcome!

Die vormals drei kleinen Räume bilden jetzt das zentrale Herz des Hauses: die Küche mit Essbereich. Fein abgestimmte, hochwertige Materialen wie Eiche, Naturstein bronziertes Messing und Grüntöne für Wand und Textilien prägen den Koch- und Essbereich. Die profilierte Wandverkleidung, die auch für die Schrankoberflächen umgesetzt wurde, fasst den Raum zu einem Ganzen zusammen. Ebenso die einladend gepolsterte Eckbank. Die hohe Detailpräzision der Schreiner-, Schlosser- und Steinmetzarbeiten zeigt sich am Kochblock: ein verschobener Kubus, der zwischen zwei Steinplatten liegt!

Ein dreiseitig offener Holzfeuerkamin und das ehemalige Blumenfenster mit Ausgucknische in den Garten bilden den Übergang zum Wohnzimmer. Die raffinierte Lichtskulptur aus Frankreich und die hanggeschliffenen Kristallleuchten zaubern besonders Licht in den Raum. Der TV versteckt sich grundsätzlich hinter der dezent mit Ornamenten geschmückten Wandverkleidung aus Eiche.

Im Obergeschosses wurde die volle Raumhöhe ausgeschöpft und der Sichtdachstuhl in die Gestaltung integriert. So trennt eine 3 Meter hohe Glasschiebetür mit bronzierten Persolgläsern die Ankleide und taucht sie in warmes Licht. Großzügigkeit entsteht, wo vorher vieles verbaut war. Naturstein, Lehmputz und Tadelakt werden im Bad eingebaut. Exklusiv entworfen und gefertigt ist das Natursteinwaschbecken, exquisit ist die Badewanne samt Raumteiler im Schlafzimmer. Eine transparente Holzlamellenwand erlaubt den Durchblick zum Schlafbereich und nimmt den schwenkbaren TV auf. Das Giebelzimmer des Hauses erhielt dank neuer Fensterformate und der direkten Badanbindung eine neue Raumqualität. Die zweite Raumhälfte ist dem Schlafen gewidmet. Viel Textil in Form von gepolstertem Kopfteil und Bettbank, sowie kleine Lichtskulpturen und flexible Leseleuchten bringen Gemütlichkeit in den Raum. Auch hier verbinden die fein nuancierten Stoffe, Bezüge, Vorhänge und der Teppich die angegliederten Bereiche, wie Ankleide und Bad.

Der Einsatz hat sich gelohnt, zumal die CO2-Bilanz dieses überarbeiteten Gebäudes unschlagbar geworden ist. Die erhaltene graue Energie hat sich in ein lebenswertes Haus verwandelt und wird somit zu einem gelungenen Beispiel für nachhaltiges Bauen!

Fotocredits: Andreas Hoernisch